Vertikal gardening

Vertikal gardening ist der neue Trend, insbesondere in den Großstädten, immer mehr Menschen haben das Bedürfnis nach mehr Grün in ihrem Umfeld. Da es nun ja leider in der Stadt nicht soviel Platz gibt, bleibt nur der Weg nach oben, und so wird einfach in der Vertikalen gepflanzt.

Die Möglichkeiten reichen von einfachen Pflanztaschen, die man an die Wand hängen kann, bis hin zu übereinander hängenden Dachrinnen, in denen Radieschen und Salat wachsen. Aber nicht Jeder hat einen Balkon oder eine Terrasse, deswegen hat sich in Berlin ein Start up Unternehmen gegründet, die genau hier ansetzen. „Vertical green“ hat Pflanzsysteme entwickelt, mit denen sich Jeder ein Stück Natur in die Wohnung holen kann. Die Systeme haben ein integriertes Bewässerungssystem und lassen sich z.B. als lebendes Pflanzenbild über das Sofa hängen.

Zur Zeit wird ein vertikaler Garten für die Küche erprobt, in dem man das ganze Jahr über frisches Gemüse und Kräuter ernten kann. Der Vorteil ist, dass solch ein Garten nicht viel Wohnraum  benötigt und zudem noch den Feuchtigkeitsgehalt der Raumluft reguliert. Wer Interesse hat: www.vertikalgreen.berlin

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Das vertikal gardening ist jedoch nicht nur für die Großstädter interessant, sondern inzwischen auch für die Landwirtschaft. Es wird geschätzt, dass wir 2050 9,5 Milliarden Menschen auf der Erde sein werden. Die industrielle Landwirtschaft, wie wir sie momentan kennen, wird allein aufgrund ihres wahnsinnigen Ressourcenverbrauches wahrscheinlich nicht in der Lage sein diese Menschen zu ernähren. Alleine Deutschland verliert täglich 70 Hektar Freiflächen für Siedlungsbau und Verkehrsnutzung. Das ist auch der Grund, dass immer mehr Wissenschaftler daran arbeiten die Nahrung dort anzubauen, wo sie benötigt wird, und das sind zunehmend mehr die Städte. Das Problem dabei ist nur, dass es in der Stadt wenig Platz gibt, und wenn doch, ist dieser immens teuer. Aus dieser Problematik ist die Idee der Vertikalfarm entstanden. Das heißt, dass Gemüse wird nicht mehr nebeneinander, sondern in Hochhäusern, in Regalen übereinander gepflanzt, meistens ohne Tageslicht und ohne Erde. Der Vorteil an der Vertikalfarm ist, dass sie mit 98% weniger Wasser und 60% weniger Düngemittel als in konventionellen Landwirtschaft auskommt. Zudem können die Pflanzen ganzjährig geerntet werden und sind unabhängig von Umwelteinflüssen.

So gibt es beispielsweise in der Nähe von Fukushima eine der größten solcher „Pflanzenfabriken“, die den Menschen ermöglicht Obst und Gemüse ohne radioaktive Kontamination zu produzieren. In Singarpur ist 2014 eine solche Farm in Betrieb genommen worden, auch Korea und China sind sehr aktiv in der Forschung.

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Aber auch hier in Deutschland wird es nicht mehr lange dauern bis solch eine Vertikalfarm eröffnen wird. In München gibt es das Start up Unternehmen „ Agrilution“ welches schon mal den Gewächsgarten für Zuhause entwickelt hat. Der „plantCube“ ähnelt einem Kühlschrank in dem mit LED Licht und Saatteppichen das  Gemüse für den Eigenbedarf angebaut werden kann. Wer sich das mal anschauen möchte kann dies unter www.agrilution.com tun.

Die Frage bleibt natürlich offen, wie gesund es ist Pflanzen zu essen, die nie Tageslicht gesehen haben. Es gibt bisher zumindest keine Langzeitstudie darüber. Die andere Frage ist natürlich, was die Alternativen sind. Fest steht allerdings noch haben wir die Wahl biologisches Gemüse zu Essen, und das sollten wir ausgiebig genießen.

Vertikal gardening hat jedoch mehrere Gesichter, so gestaltet der französische Gartenkünstler Patrick Blanc weltweit Pflanzenwände von mehreren 100qm an Hausfassaden. In Berlin kann man ein solches Kunstwerk an der Gallerie Lafayette bewundern. Wie es scheint wird vertikal gardening in der Zukunft eine immer größere Rolle spielen.