Bekanntlich macht ja sauer lustig

Ich stelle euch heute den Rhababer als Pflanze des Monats vor, weil er für mich jedes Jahr den Frühling einleitet. Es ist immer das Erste, was ich in meinem Garten frisch ernten kann. Eigentlich dachte ich immer, dass der Rhababer ein Obst ist, dem ist aber nicht so. Da wir ja nicht die Früchte essen, zählt der Rhababer zum Stielgemüse.

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In China wird die Staude schon seit 5000 Jahren als Heilpflanze kultiviert. In Deutschland kennen wir den Rhababer erst seit 150 Jahren. Das außergewöhnliche an der Pflanze ist, dass seine Wurzeln Heilkräfte besitzen, seine Stiele nahrhaft und seine Blätter giftig sind.

Die Substanzen der Rhababerwurzeln werden häufig in Abführmitteln verwendet. In Form von Kompott kann der Rhababer auf milde Art und Weise zur Entschlackung und somit zum inneren Hausputz beitragen. Zudem hat er eine blutreinigende Eigenschaft. Neben VitaminC enthält der Rhababer einige wichtige Mineralien wie Kalium, Magnesium, Phosphor, Eisen und etwas Jod. Für die Gesundheit entscheidend sind jedoch die Menge an Zitronen- und Apfelsäure, Pektin, Gerbstoffen, verschiedenen Glykosiden und ätherischen Ölen.

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Der Rhababer besitzt allerdings auch die giftige Oxalsäure, die zum größten Teil in den Blättern vorhanden ist. Es ist jedoch auch ein kleiner Teil in den Stängeln vorhanden, besonders in seiner Haut. Die Oxalsäure ist das, was einem beim Verzehr von Rhababer den Mund zusammenziehen lässt und ein pelziges Gefühl auf den Zähnen hinterlässt, da die Säure den Zahnschmelz angreift. Außerdem verbindet sie sich im Körper auch mit dem Kalzium aus der Nahrung oder dem Blut. Daher sollten Menschen, die zu Rheuma, Arthritis, Nierensteinen oder Gicht neigen auf Rhababer besser verzichten. Durch das Schälen kann die Säure verringert werden und roter Rhababer besitzt weniger Säure als grüner. Desto älter der Rhababer wird, desto mehr Säure enthält er, deswegen sollte man ihn auch nach dem 24. Juni nicht mehr ernten. Was mich noch interessiert hätte, ob man Rhababer noch essen darf, wenn er blüht, dazu habe ich allerdings unterschiedliche Informationen gefunden, so dass ich darauf keine konkrete Antwort geben kann. Allerdings soll man die Blüte essen können.

Lasst euch diese Frühlingsgemüse schmecken, solange es Saison hat;-).