Die Kapuzinerkresse

In vielen Gärten kann man die Kapuzinerkresse momentan blühen sehen, oder auch ihre Blüten auf dem Wochenmarkt kaufen. Sie eignen sich hervorragend zur Dekoration auf Salaten oder Süßspeisen. Aber es steckt noch viel mehr in dieser Pflanze, man nennt sie auch „das Antibiotika der grünen Apotheke“.

Woher kommt sie?

Ursprünglich stammt die Kapuzinerkresse aus dem Andengebiet in Peru und Bolivien. Sie wurde von den Seefahrern damals nach Europa gebracht, wo sie inzwischen heimisch ist. Es gibt eine eigene Gattung der Kapuzinergewächse. diese Pflanzen mögen nährstoffreiche Böden, schattige Plätzchen und klettern gerne.

Die kreisrunden Blätter lassen die Pflanze schon von weitem erkennen. Sie besitzen die gleiche Fähigkeit, wie sie von Lotusblättern bekannt ist, sie lassen das Wasser von ihren Blättern abperlen. Das Wasser nimmt Schmutzpartikel auf und so entsteht ein Selbstreinigungsprozess.

Zwischen Juni und Oktober bringt die Kapuzinerkresse leuchtend gelbe, rote und orangene Blüten zum Vorschein. Diese besitzen am hinteren Ende einen Sporn, welcher an die Kapuzen von Mönchskutten erinnert, daher der Name Kapuzinerkresse.

Blüten, Blätter sowie die eingelegten Samen der Pflanze sind essbar. Sie haben eine leichte Schärfe und eignen sich somit sehr gut zum würzen von Speisen.

Was steckt drin?

Schon die Inkas sollen die Kapuzinerkresse damals als Schmerz- und Wundermittel genutzt haben und auch die traditionelle Klostermedizin verwendet die Kapuzinerkresse schon seit Jahrhunderten, um Infektionen der oberen Atemwege und der Harnwege zu heilen. Das Geheimnis der Pflanze ist ihr enthaltenes Senföl (Benzylsenföl), welches eine hemmende Wirkung auf das Wachstum von verschiedenen Krankheitserregern hat. Zudem ist es in der Lage Bakterien und Viren dort abzutöten, wo die Infektion gerade erfolgt. Das hängt damit zusammen, dass die Senföle am oberen Darmabschnitt ins Blut gelangen und somit durch den Kreislauf genau dort hingelangen, wo sie wirken sollen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die guten Darmbakterien so geschützt werden, eine intakte Darmflora bestehen bleibt und sie dadurch zu einer guten Imunabwehr beitragen kann.

Neben den antibiotischen Senfölen die gegen Erkältung, Husten, Bronchitis, Hals und- Rachenentzündungen sowie bei Problemen des Harnapperates helfen, besitzt die Kapuzinerkresse auch sehr viel Vitamin C. Dies unterstützt unser Immunsystem zusätzlich. Zudem soll die Pflanze eine blutreinigende Eigenschaften haben, indem sie den Körper unterstützt Giftstoffe auszuscheiden.

Wie nutze ich sie richtig?

Um die gesundheitlichen Fähigkeiten der Kapuzinerkresse zu nutzen, eignet es sich am besten die frischen Blätter zu essen. Am besten werden die Blätter kleingehackt und in den Salat, Quark, zu Kartoffeln oder einfach auf dem Brot gegessen. Die Blüten sind etwas milder im Geschmack und enthalten etwas weniger Wirkstoffe. Die jungen Samen der Kresse lassen sich zu „falschen Kapern“ einlegen. Das habe ich letztes Jahr versucht. Es ging ganz einfach und war sehr lecker. Wer keine frische Kapuzinerkresse im Garten oder auf dem Balkon hat, kann auch zu Präperaten wie Kapseln oder Tabletten greifen. Es gibt inzwischen einige Studien, welche die Wirksamkeit der Arzneipflanze 2013 bestätigen. Es ist beispielsweise nachgewiesen, dass bei einfachen bakteriellen Atemwegserkrankungen die Wirksamkeit von Kapuzinerkressepräperaten genauso hoch ist wie von syntetischen, nur das diese keine Nebenwirkungen haben.

Also ich hab mir vorgenommen in Zukunft täglich ein paar Blätter Kapuzinerkresse zu essen. Allerdings muss man aufpassen, bei zu großen Mengen der Kapuzinerkresse kann es zu Reizungen der Schleimhaut führen. Ich habe ja auch direkt überlegt, ob ich ein bisschen Kapuzinerkresse für den Winter trocknen oder einfrieren sollte, jedoch gehen beim Trocknen die medizinisch bedeutenden Inhaltsstoffe verloren und beim Einfrieren werden sie im Zuge des Auftauens matschig. Also nutze ich die Zeit, solange sie in meinem Garten steht.

Äußerlich eignet sich die Pflanze übrigens aufgrund der durchblutungsfördernden Wirkung der Senföle auch bei Prellungen und Sportverletzungen. Dafür muss man dann einen Sud kochen, um damit einen Umschlag zu machen.

Kleiner Tipp:

Da sich auf der Kapuzinerkresse gerne die Blattläuse niederlassen, wird sie auch häufig als Blattlausfänger im Garten eingesetzt, um von anderen Pflanzen abzulenken.

Also wieder einmal eine tolle Pflanze mit vielen Fähigkeiten.