Lifestyle

Das Problem Baumwolle

22. August 2016

Was ist Baumwolle? 

Die Baumwollpflanze gehört zu den Malvengewächsen, ist in den Tropen und Subtropen beheimatet und eher ein Strauch als ein Baum. Den Namen „Baumwollpflanze“ hat sie erhalten, weil sich ihre Samen ähnlich weit ausbreiten wie die bei einem Baum. Die gelben Blüten der Pflanze verwandeln sich nach und nach in Kapseln, die nach der Reifung aufspringen. Nun werden die stark behaarten Samenkörner sichtbar. In einer Baumwollkapsel sind ca. 30 Samen und an jedem der Samen befinden sich bis zu 7000 Samenhaare, die Baumwolle. In ihrem Erscheinungsbild erinnert sie stark an weiße Watte. Diese Samenhaare haften sehr fest an den Samen und sind schwer von ihnen zu trennen. Das hat natürlich einen Sinn, denn auf diese Weise können die flauschigen, federleichten Samen schnell und weit vom Wind weggetragen werden und sich sehr gut verbreiten. Wenn es einmal regnet, speichern die Baumwollfasern viel Wasser und die Samen können optimal keimen. Die Natur hat der Baumwolle also einige wesentliche Eigenschaften mitgegeben, die die Naturfaser zu einem einmaligen, wichtigen Rohstoff machen.

Besonders in der Textilindustrie schätzt man die starke Saugfähigkeit, die Langlebigkeit und den angenehm leichten, hautfreundlichen Tragekomfort des Materials.

Baumwolle wird ähnlich wie Gemüse auf Plantagen angebaut, vorwiegend in tropischen Zonen, da die Pflanze viel Wärme benötigt. In vielen armen Ländern Afrikas ist der Baumwollanbau die Haupteinnahmequelle. Hier wird die reife, blütenweiße Baumwolle per Hand gepflückt, was äußerst mühselig und arbeitsintensiv ist. In den größten Anbaugebieten der USA und Australiens ernten Maschinen riesige Mengen des sogenannten „weißen Goldes“. Der Nachteil dieser maschinellen Ernte ist eine verminderte Qualität der Baumwolle. Denn die Maschinen unterscheiden nicht zwischen reifen und unreifen Kapseln oder Blättern und Schmutz. Sie schneiden einfach alles ab, die Ernte ist dadurch verunreinigt und nicht hochwertig. Um das zu verhindern, werden im konventionellen Anbau gesundheitsschädliche Entlaubungsmittel auf die Pflanzen gesprüht, damit fallen alle Blätter ab. Überhaupt werden im konventionellen Baumwollanbau extrem viele Gifte eingesetzt, um die großen Plantagen vor Schädlingen zu schützen. Rund 2,4% der Ackerflächen weltweit sind Baumwollplantagen. Die allermeisten davon sind dicht bepflanzte Monokulturen, die ohne den enormen Einsatz von Insektiziden, Herbiziden und Fungiziden verderben würden. Bis zu 30mal pro Saison werden sie Felder damit behandelt. Natürlich schädigen die vielen Gifte Mensch und Natur stark, denn die toxischen Substanzen gelangen ins Trink- und Grundwasser, in Flüsse und Meere und vernichten damit zahlreiche natürliche Lebensräume. Mittlerweile haben manche Schädlinge schon Resistenzen gegen die Giftstoffe entwickelt, so dass immer stärkere und teurere Mittel entwickelt werden im Kampf gegen die Natur.

Eine andere nicht weniger drastische Methode die Baumwollernte zu optimieren, ist der Anbau von genetisch veränderten Pflanzen, auch BT- Baumwolle genannt. Die gezüchteten Pflanzen entwickeln ein Gift, dass sie selber vor Schädlingen schützt und sie deshalb mit weniger Pestiziden auskommen. Allerdings birgt auch das viele Risiken. Beispielsweise benötigt die BT Baumwolle dreimal soviel Wasser wie die normale Baumwollpflanze. Außerdem schadet das Gift, welches die BT Pflanze entwickelt auch nützlichen Insekten. Da man aus der BT Baumwollpflanze kein Saatgut nachzüchten kann, kaufen die Landwirte jedes Jahr neue, teure Samen.  Im Falle einer missglückten Ernte müssen sie sich verschulden oder verlieren sogar ihr Land.

Zertifizierung

Wenn man erst einmal weiß, wie viele giftige Substanzen in konventioneller Baumwolle stecken, möchte man sicher keine Textilien aus diesem belasteten Material auf der Haut tragen. Baumwolle aus ökologischem Anbau ist frei von Toxinen und von Gentechnik. Leider fehlt in der Textilbranche noch ein einheitliches Gütesiegel für kontrollierte Baumwolle. Es gibt die Bezeichnung kbA“ (aus kontrolliert biologischem Anbau), die allerdings nichts über die Verarbeitung der Baumwolle aussagt.

Das seltene Qualitätszeichen „Naturtextil best wurde vom internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft ins Leben gerufen. Bei diesem Siegel gelten allerhöchste Umwelt- und Sozialstandards.

gotsEin häufigeres Qualitätszeichen nennt sich „GOTS“ (Global Organic Textil Standards). Bei diesem Siegel unterscheidet man zwei Stufen, beim „GOTS grade 1“ muss 95% Biobaumwolle im Textil enthalten sein, beim „GOTS grade 2“mindestens 70%. Die Richtlinien des Siegels umfassen ökologische und soziale Standards vom Anbau über die Verarbeitung bis hin zur Verpackung. Natürlich muss die Belastung mit Schadstoffen so gering wie möglich sein.

Der Handel mit Biobaumwolle ist im Vergleich mit konventioneller Ware noch verschwindend gering. Allerdings wächst glücklicherweise die Nachfrage, so dass selbst große Texitilunternehmen immer mehr Kleidungsstücke aus Biobaumwolle anbieten.

Vor kurzem haben wir von Organic Sunday ein Gewinnspiel in die Wege geleitet, bei dem 10 Mitspieler jeweils eine unserer begehrten Panda-Taschen gewonnen haben. Natürlich sind unsere Taschen nachhaltig entstanden und mit dem „GOTS grade 1“-Siegel versehen.

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