Glycerin
Naturkosmetik

Umstrittenes Glycerin

21. September 2018

Was ist Glycerin?

Glycerin (Glycerol/Glyzerin oder E422) ist chemisch gesehen ein 3-wertiger Zuckeralkohol (schmeckt leicht süßlich), der als Nebenprodukt in der Oleochemie entsteht und zwar bei der Spaltung von pflanzlichen oder tierischen Fetten. Auch in all unseren lebenden Zellen ist das stark wasserbindende, feuchtigkeitspenende, farb- und geruchlose Glycerin enthalten.

Für industrielle Zwecke wird E422 entweder aus pflanzlichen Fetten (meist Kokosöl) hergestellt oder chemisch gewonnen (bei der Erdölverarbeitung). Allerdings kann dieser Alkohol auch gentechnisch produziert worden sein oder einen tierischen Ursprung ( Rindertalg) haben. Meist ist aber aus der Zutatenliste (INCI) nicht ersichtlich, woher das Gycerin stammt. Als nachhaltig lebender Mensch sollte allein diese Tatsache zum Nachdenken anregen.

Auf die Herstellung und Dosierung kommt es an

Aufgrund seiner feuchtigkeitsbindenden Eigenschaften wird die chemische Substanz in sehr vielen Bereichen eingesetzt, sowohl in der Lebensmittelindustrie, der Medizin, der Autoindustrie als auch im Kosmetikbereich. Der Gesetzgeber stuft Glycerin als unbedenklich ein, weshalb man es in unzähligen Produkten findet, auch nahezu in jedem Kosmetikprodukt.

Glycerin

Da konventionelles Glycerin hauptsächlich bei der Erdölverarbeitung oder eben aus gentechnisch veränderten Organismen gewonnen wird, sollte man solche Produkte auf jeden Fall meiden. Bio-Glycerin dagegen wird aus Pflanzen aus kontrolliert biologischem Anbau hergestellt. Es ist daher zwar deutlich teurer, aber natürlich wesentlich unbedenklicher. Richtig dosiert (nicht über 10%) bewirkt Bio-Glycerin in Kosmetikprodukten eine Erhöhung der Hautfeuchtigkeit und Elastizität. Es schützt sogar vor Irritationen, da der körpereigene Stoff als sehr hautverträglich eingestuft wird.

Wichtig ist, dass auch Bio-Glycerin nicht zu weit vorne in der INCI-Liste eines Produktes steht, denn sonst könnte zuviel davon enthalten sein. Ein Zuviel kann das Gegenteil auf der Haut bewirken. Bei einer niedrigen Luftfeuchtigkeit, wie es beispielsweise oft im Winter der Fall ist, entzieht Glycerin dem Bindegewebe zusätzlich Feuchtigkeit, statt die Feuchtigkeit aus der Luft zu binden und die Haut geschmeidig zu halten. Damit trocknet die Haut gewissermaßen von innen aus. Sie wird schlaff und faltig.

Allerdings ist es bei einer niedrigen Luftfeuchtigkeit und kalter Witterung sowieso nötig fettreicher Produkte oder reine Pflanzenöle zu verwenden. Und die Feuchtigkeitsemulsion im Schrank zu lassen. Oft ist also das Glycerin allein gar nicht schuld an den auftretenden Hautproblemen.

Generell ist aber die gesamte Zusammensetzung der Inhaltsststoffe in einem Kosmetikprodukt für eine optimale Wirkung ausschlaggebend. Es lohnt sich ab und zu mal zu schauen, womit man Haut und Haare pflegt und verwöhnt. Naturkosmetik Produkte sind in jedem Fall die bessere Wahl.

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