Lifestyle

unecht, oder etwa nicht?

23. Januar 2017

Wer jetzt im Schlußverkauf noch schnell eine Winterjacke oder Mütze kaufen möchte, sollte genau hinschauen. Jacken mit Fellkaputzen oder Fellbommeln sind total im Trend. Bis vor ein paar Tagen bin ich davon ausgegangen, dass es sich zumindest in dem unteren Preissegment immer um Kunstfell handelt. Weit gefehlt, denn oft wird tatsächlich echtes Tierfell verwendet. Ich konnte es kaum glauben und habe direkt recherchiert, das Ergebnis ist erschreckend. Laut einer Pressemitteilung des Tierschutzbundes vom 18.11.2016 heißt es, dass häufig Echtfell an Kleidung verarbeitet wird, weil das Fell von Marderhunden aus China mindestens genauso billig ist wie Kunstfasern. Damit sagt der Preis für uns als Verbraucher nicht zwingend etwas über die Echtheit des Fells aus. Es gibt eine EU-Verordnung, die vorschreibt Pelz in oder an Textilen mit dem Hinweis „enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ zu deklarieren. Leider wird sich daran häufig nicht gehalten, oder der Pelz vom Marderhund wird mit uneindeutigen Namen wie „Enok“, „Murmansky“ oder „Tanuki“ bezeichnet, so dass der Konsument nicht direkt auf ein Tier schließen kann. Es gibt zwei Möglichkeiten herauszufinden, welches Material am Textil verarbeitet wurde. Zum einen sollte man die Haare auseinander ziehen und schauen, ob sich am Ansatz ein Leder oder ein Gewebe befindet. Zum anderen kann man ein paar Haare herrausziehen und anzünden, Tierhaare verbrennen rasch und riechen nach Horn. Allerdings ist das natürlich im Laden, wenn man ein Kleidungsstück kaufen möchte nicht realisierbar. Also im Zweifelsfall sollte man das Textil lieber hängen lassen und sich für etwas Schönes ohne Fell entscheiden, denn eine 100%ige Unterscheidung von Kunst- und Echtfell lässt sich laut Peta nur im Labor feststellen.

 

Beiträge, die dir auch gefallen könnten ...

Keine Kommentare

    Kommentieren

    *