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Was ist eigentlich Weizen?

26. Januar 2017

Jeder kennt das populäre Getreide aus dem die meisten Teig-und Backwaren hergestellt werden. Aber sicherlich wissen die Wenigsten, dass hinter dem Oberbegriff Weizen eine ganze Reihe von Pflanzenarten steht, die aus botanischer Sicht alle samt zu den Süssgräsern gehören. Weizen gilt neben dem Mais als meist angebautes Getreide der Welt. Auf allen Kontinenten schätzen die Menschen schon seit Jahrtausenden dieses vielfältige Getreide als wichtige Nahrungsquelle. Doch seit einiger Zeit ist Weizen in Verruf geraten krank zu machen. Was ist dran an dieser Kritik? Bevor ich diese Thema in einem kommenden Artikel näher beleuchten werde, möchte ich euch zunächst einmal die verschiedenen Weizensorten vorstellen. Ihr werdet überrascht sein, wie mannigfaltig diese sind.

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Kamut

Bereits die alten Ägypter schätzten diese Samenfrucht und gaben ihr den Namen Kamut. Damit ist sie die älteste Weizenart, wird heute noch angebaut und erlebt besonders im Biobereich gerade einen regelrechten Boom. Denn das Urkorn enthält wesentlich mehr wichtige Nährstoffe als unser herkömmlicher Weizen, unter anderem viel Selen, Magnesium, Folsäure, Vitamine E, B1, B2, B6, sowie viel pflanzliches Eiweiß und etliche ungesättigte Fettsäuren. Außerdem schmecken Brot und Brötchen aus Kamutmehl richtig lecker mild, nussig und man ist viel länger satt.

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Emmer

Auch eine besonders alte und sehr gesunde Sorte ist der Emmer, der ebenfalls zum Urweizen gehört. Das sogenannte Zweikorn wird heute in Deutschland konventionell fast gar nicht mehr angebaut, aber dafür immer häufiger im Biobereich. Die Backwaren aus Emmer sind herzhaft nussig im Geschmack und liefern eine Menge Eiweiß und wichtige Mineralstoffe.

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Einkorn

Eine weitere richtig alte Weizensorte ist das Einkorn. Schon vor ca. 10000 Jahren galt diese Urgetreide in Asien als wichtiger Energielieferant. Erst später wurde das Korn auch in Europa angebaut, bevor es von den speziell gezüchteten, ertragreicheren Weizensorten verdrängt wurde. Die anspruchslose Pflanze ist besonders bei den Bio-Bauern sehr beliebt, da sie gegen viele Krankheiten resistent ist und keinen künstlichen Dünger benötigt. Einkorn liefert uns ebenfalls eine Fülle an gesunden Inhaltsstoffen wie Eiweiß, Mineralien, Vitamine und Spurenelementen in einer deutlich höheren Konzentration als herkömmlicher Weizen. Das leicht süße, nussige Aroma schmeckt super in Müslis oder Brot und Brötchen.

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Dinkel und Grünkern

Dinkel entstand aus den alten Getreidesorten Emmer und Einkorn und ist heute beliebter denn je. Denn auch, wenn der Anbau schwieriger und der Ertrag letztlich viel geringer ist als bei herkömmlichem Weizen, so steigt die Nachfrage doch stetig. Das hat natürlich gute Gründe. Dinkel enthält nämlich wesentlich mehr essentielle Aminosäuren, Vitamine und Mineralien, besonders der hohe Anteil an Kieselsäure ist bemerkenswert, super für Haut, Haare und Nägel. Zudem besitzt das Klebereiweiß des Dinkels sehr gute Backeigenschaften. Brot, Brötchen und Kuchen gelingen hervorragend und bestechen durch einen feinen, leicht nussigen Geschmack. Deshalb werden immer mehr Produkte aus Dinkel angeboten, nicht nur im Biobereich. Bei diesem etwas teureren Getreide lohnt es sich auf jeden Fall etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

Grünkern ist eigentlich Dinkel, der halbreif geerntet und getrocknet wird. In früheren Zeiten wollten die Bauern ihre Ernten bei starken Regenperioden schützen und vor dem Verderb bewahren. Also ernteten sie das halbreife Getreide frühzeitig und bemerkten erstaunt, dass das grüne Korn in Wasser gekocht sehr bekömmlich und wohlschmeckend war. Aufgrund dessen ernteten sie auch weiterhin einen Teil des Dinkel frühzeitig und nannten das Getreide in diesem Stadium „Grünkern“. Bis heute ist der herzhaft, nussig-rauchig schmeckende Dinkel beliebt und hauptsächlich im Biobereich in unterschiedlichen Formen (z.B. Grünkernbratlinge) erhältlich. Besonders Menschen mit empfindlichem Magen sollten öfter Grünkernprodukte in ihren Speiseplan integrieren.

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Weichweizen und Hartweizen

Die heutzutage am meisten verwendeten Weizensorten sind Weich- und Hartweizen. In der Lebensmittelindustrie wird der wirtschaftlich wichtige Weichweizen nicht nur für alle möglichen Backwarten, Fertiggerichte, zur Herstellung von Stärke, sondern auch als Futtermittel verwendet. Aus Hartweizen werden viele Teigwaren wie Nudeln, Bulgur oder Couscous gefertigt. Da der Bedarf in Europa so enorm groß ist und nicht gedeckt werden kann, wird Hartweizen zusätzlich aus anderen Staaten importiert.

 

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