weizen
Gesundheit

Ist Weizen wirklich der Übeltäter?

27. März 2019

In einem früheren Artikel habe ich euch die verschiedenen Weizensorten und ihre ernährungsphysiologische Bedeutung vorgestellt. Hier soll es nun darum gehen, weshalb diese uralte Kulturpflanze seit einiger Zeit so umstritten ist und angeblich sogar krank machen soll. Was ist dran an dieser negativen Propaganda?

Was ist dran an der negativen Propaganda?

Die meisten Menschen wissen heutzutage, dass Weizen Gluten (ein Gemisch aus Proteinen) enthält und geben diesem Klebereiweiß die Schuld an ihren Unverträglichkeiten. Dabei leiden die allerwenigsten Menschen wirklich an einer nachgewiesenen Glutenunverträglichkeit (Zöliakie). Die führt nämlich oft zu einer entzündeten Darmschleimhaut und etlichen Folgeerkrankungen.

Die Mehrzahl der Menschen, die verschiedenste Symptome einer Unverträglichkeit verspüren, haben höchst wahrscheinlich eher ein Problem mit unserem hochgezüchteten, ertragreicher gemachten, gentechnisch veränderten Weizen. Denn dieser enthält nun auch veränderte Inhaltsstoffe, an die sich unser Darm aber nicht so schnell anpassen konnte. Daher rebelliert er. Und das spüren besonders empfindliche Menschen sehr deutlich. Sie klagen über Blähungen, Durchfall, Magen-Darm Krämpfe, oder Übelkeit.

Früher war doch alles besser…

Während früher das Getreide traditionell langsam und sorgfältig gebacken und verarbeitet wurde, werden heute im Turbogang Back-und Teigwaren aller Art mithilfe von schnell wirkenden Triebmitteln, Enzymen, Emulgatoren und Konservierungsstoffen hergestellt. Der Teig hat keine nötige Ruhezeit mehr. Die benötigt er aber, damit sich alle Inhaltsstoffe entfalten können und für unseren Körper optimal verfügbar sind.

Nicht nur die Verarbeitung ist ein Problem, sondern natürlich auch die Qualität des Getreides. In der konventionellen Lebensmittelindustrie werden fast ausschließlich die Sorten Weich-und Hartweizen verwendet. Weizen wird heute in riesigen Mengen in unzähligen Lebensmitteln (Fertigprodukten) eingesetzt. Bei weitem nicht nur in unserem Brot und den beliebten Nudeln. Deshalb muss das Getreide so gezüchtet und bearbeitet werden, dass der Ertrag in immer kürzerer Zeit immer größer wird. Schließlich müssen wir sogar Weizen aus dem Ausland importieren.

Zum Glück besinnt man sich im Biobereich wieder auf die ursprünglichen Weizensorten, die eindeutig wesentlich verträglicher und natürlich viel gesünder sind. Ich habe ja selber länger im Bioladen gearbeitet und dort auch an der Brottheke bedient. Dabei konnte ich feststellen, dass viele Menschen, die sensibel auf die herkömmlichen, konventionellen Weizenprodukte reagieren, die alten Sorten wie Dinkel, Emmer, GrünkernEinkorn und Kamut richtig gut vertragen. Ich bin der Meinung, dass unser Körper für eine abwechslungsreiche Ernährung mit vielen verschiedenen, möglichst naturbelassenen, alten Getreidesorten in Bioqualität dankbar ist. Ihr solltet die verschiedenen Sorten unbedingt probieren, denn die schmecken auch noch richtig lecker. Schaut mal wieder in eurer Bioladen um die Ecke rein, es lohnt sich!

 

 

Beiträge, die dir auch gefallen könnten ...

Keine Kommentare

    Kommentieren

    *