Gesundheit

Wenn der Körper plötzlich Alarm schlägt

10. März 2018

Nahungsmittelunveträglichkeiten

Mittlerweile habe ich das Gefühl fast jeder hat irgendwelche Nahrungsmittelunverträglichkeiten, leider gehöre ich seit kurzem auch zu dieser immer größer werdenden Gruppe. Wer oder was ist Schuld an dem Dilemma: die zunehmende Umweltverschmutzung, zu stark verarbeitete, Pestizid belastete Lebensmittel, der Einsatz von Gentechnik oder unser allgemein viel zu zu schnelllebiger, hektischer Lebensstil?

Ich denke es ist die Summe aus all den Dingen. Sie führt dazu, dass mehr und mehr Menschen nervige bis lebensbedrohliche Symptome nach dem Genuss von Lebensmitteln entwickeln. Aber natürlich spielen in erster Linie medizinische Gründe eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Intoleranzen.

Oft werden Lebensmittelallergien und Lebensmittelintoreranzen über einen Kamm geschert, da die Symptome zunächst einmal sehr ähnlich erscheinen. Aus medizinischer Sicht gibt es aber wichtige Unterschiede.

Die echte Lebensmittelallergie

Denn bei einer echten Lebensmittelallergie, die eigentlich recht selten ist, spielt uns unser Immunsystem einen Streich und reagiert über. Es unterscheidet nämlich nicht zwischen ungefährlichen und gefährlichen Substanzen und bildet auch bei vermeintlich harmlosen Stoffen Antikörper. Es handelt sich hierbei deshalb um eine Fehlsteuerung des Immunsystems. Während einige Betroffene bereits seit frühstem Kindesalter an einer Nahrungsmittelallergie (insbesondere Milch) leiden, erwischt es andere erst im Erwachsenenalter. Oft haben diese Menschen erst nur Heuschnupfen und entwickeln erst nach und nach eine Kreuzallergie mit bestimmten Lebensmitteln (z.B. Kern- und Steinobst). Wieder andere bekommen eine Allergie aufgrund von bestimmten Allergenen in Lebensmitteln.

Die Symptome einer Allergie machen sich bereits wenige Minuten nach dem Verzehr bemerkbar (sehr selten später) und reichen von Hautausschlägen über Schwellungen der Haut und Schleimhäute bis hin zu Ekzemen und Juckreiz im Rachenraum. Es kann aber auch zu Magen-Darm Beschwerden, Schnupfensymptomen, Kopfschmerzen, Atembeschwerden oder einem allergischen Schock kommen, ein vom Arzt verschriebenes „Notfall-Set“ (Adrenalin-Autoinjektor, Antihistaminikum, Kortison) sollte daher immer und überall mitgenommen werden.

Wann und wie stark die Reaktionen sind, hängt vom Zustand jedes einzelnen Betroffenen ab. Und wie bei allem anderen auch verstärken Stress, Ängste und psychische Probleme eine Allergie stark.

Die Nahrungsmittelintoleranz/nicht allergene Unverträglichkeit

Hier liegt keine Überreaktion des Immunsystems vor. Bei dieser Erkrankung ist der Körper nicht fähig bestimmte Substanzen vollständig zu verwerten, da ein Problem des Stoffwechsels vorliegt (es fehlt ein bestimmtes Enzym bzw. es arbeitet mangelhaft). Aufgrund dessen summieren sich diese nicht abgebauten Stoffe im Körper und können zum Teil erhebliche Symptome hervorrufen. Sehr oft handelt es sich dabei um mehr oder wenig starke Magen-Darmprobleme, Blähungen, Übelkeit und Durchfall. In einigen Fällen ( z.B. Histaminintoleranz) kommt es aber auch zu starken Hautausschlägen, Rötungen (Nesselfieber), Atemnot, Schleimhautschwellungen, Juckreiz bis hin zu Herz-Kreislaufproblemen und einem lebensbedrohlichen Schockzustand, bei dem man keine Luft mehr bekommt.

Als gängige Nahrungsmittelintoleranzen bekannt sind die Laktoseintoleranz (es werden keine Milchprodukte vertragen), die Fruktoseintoleranz (es wird kein Fruchtzucker vertragen), die Glutenunverträglichkeit (glutenhaltige werden nicht vertragen) und die Histaminintoleranz.

Ich und meine Histaminintoleranz

Leider habe ich genau diese spezielle Form der Unverträglichkeiten seit gut einem Jahr. Die  Histaminintoleranz wird auch als „Pseudoallergie“ bezeichnet, da die Reaktionen denen einer echten Allergie ähneln, ohne das das Immunsystem beteiligt ist. Histamin ist ein Botenstoff (Eiweißstoff) im menschlichen Körper. Wird produzieren es also selber. Nach einer Immunreaktion (z. B. wenn wir Brennnesseln berühren) wird es frei gesetzt und  bestimmte Reaktionen (z.B. juckende, gerötete Haut) sind die Folge.

Außerdem nehmen wir durch die Nahrung Histamin auf, besonders in gereiften, fermentierten, gegorenen Lebensmitteln befindet sich sehr viel HistaminGenerell gilt: je länger ein Lebensmittel gelagert wurde, desto höher auch der Histamingehalt. 

Bei mir ging es mit einem Mal richtig los mit den Symptomen. Nach einem Restaurantbesuch fing mein Haut an sich sehr stark zu röten und zu jucken. Ich bekam Quaddeln am ganzen Körper und und glühte wie als wenn ich Fieber hätte. Hände und Füsse kribbelten, meine Nase ging zu, ich bekam Husten, und das Atmen fiel mir schwer. Das war schon ein allergischer Schockzustand, der sich sehr unangenehm und beängstigend anfühlte. Mithilfe von Calciumbrausetabletten und einem Antihistaminika (Cetirizin) ging es mir allmählich besser und die starken Symptome verschwanden. Übrig blieb mein persönlicher Schock darüber, was das jetzt war. Ein Arztbesuch bestätigte meine Vermutung, typische Histaminintoleranz. Die ist übrigens bei Frauen ab 40 recht häufig, wenn auch unterschiedlich ausgeprägt. Außerdem kann diese Intoleranz von heute auf morgen kommen, aber auch wieder verschwinden.

Nach meiner Diagnose sollte ich über mehrere Wochen erst mal jeden Tag ein Cetirizin-Tablette einnehmen, damit die Symptome gar nicht erst auftreten. Anfangs bekam ich allerdings trotz Tablette Hautausschläge und starke Magen-Darmprobleme. Ich mußte erst einmal meine Darmflora in Ordnung bringen und habe das nach und nach mithilfe von Probiotika, Heilerde (von Luvos) und Flohsamenschalen geschafft. Außerdem mußte ich meine Ernährung umstellen. Einen Monat lang durfte ich nur gekochte Kartoffeln, Reis und Haferflocken essen und habe dann ganz langsam wieder angefangen meinen Speiseplan zu erweitern. Es hat sich gelohnt, denn momentan lebe ich komplett ohne Tabletten. Meine Symptome sind nur noch sehr selten und wenn, dann sehr gering ausgeprägt. Allerdings achte ich darauf, was ich esse und meide stark histaminhaltige Lebensmittel (wie Rotwein, alten Käse, Sauerkraut, Tomatenmark etc.) komplett. Im Netz finde ihr mehrere Tabletten, welches Lebensmittel wieviel Histamin enthält.

Ich versuche auch so gut es geht Stress abzubauen und viel entspannenden Ausdauersport zu treiben. Auch das ist wichtig, damit der Histaminspiegel im Körper nicht zu sehr in die Höhe getrieben wird.

Letztlich ist es eben entscheidend auf den eigenen Körper zu hören. Er zeigt einem schon sehr zuverlässig, was, wann und wieviel er möchte. Bei der Histaminintoleranz kommt es nämlich auch auf die Menge an. Während ich ab und zu einmal Pizza vertrage, merke ich sehr schnell, wann es zuviel ist. Wie bei vielem macht hier die Menge das Gift. Alles in allem habe ich meine etwas schwierige Intoleranz  ganz gut im Griff und hoffe das bleibt so. 😉

Was habt ihr für Nahrungsmittelunverträglichkeiten, und wie geht ihr damit um? 

 

 

 

 

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