Naturkosmetik Blog

Wieviel Bio steckt eigentlich in Naturkosmetik?

4. Dezember 2017

Naturkosmetik“ und „Biokosmetik“ sind zwei Begriffe, die viele Menschen noch immer auf ein und dieselbe Qualitätsstufe stellen. Weit gefehlt, denn „Natur“ muss nicht zwingend „Bio“ sein, „Bio“hingegen ist aber immer „Natur“.

Es ist in der Tat verwirrend, die Begriffe sind rechtlich nicht eindeutig, und nur die INCI-Liste und die Siegel bringen ein wenig  Licht ins Dunkel der vielen Kosmetikprodukte. Möchtet ihr eindeutig wissen, ob ihr ein hochwertiges Bioprodukt in den Händen haltet, kommt ihr also nicht drumrum die Zutatenliste genau zu studieren und nach einem vertrauenswürdigen Siegel auf der Verpackung zu suchen.

Nun gibt es aber eine Menge Siegel und diese sind meistens noch unterteilt in mehrere Qualitätsstufen. Die reichen von Naturkosmetik (Inhaltsstoffe müssen nicht Bio sein) über Naturkosmetik mit Bioanteil (ein kleiner Teil der Inhaltsstoffe muss Bio sein) bis hin zu Biokosmetik (überwiegender Teil der Inhaltsstoffe muss Bio sein). Als überzeugte Biokosmetik-Konsumentin muss ich euch nun aber sagen, dass selbst Biokosmetik nicht gleich Biokosmetik ist…

Wieviel Bio steckt im Cremetiegel?

Selbst der Begriff „Bio“ ist nicht eindeutig. So müssen bei der Biokosmetik von ECOCERT zwar 95% der Inhaltsstoffe pflanzlich sein, aber nur 10% aller Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) stammen.

Der in Deutschland weit verbreitete Verband NATRUE ist da schon strenger. Will der Hersteller Biokosmetik auf sein Produkt schreiben, verpflichtet er sich mindestens 95% der Inhaltsstoffe aus kbA zu verwenden.

Beim ältesten Öko-Anbaubauverband und Vorreiter der Bio-Branche DEMETER sind die Anforderungen besonders streng, hier müssen 90% der Inhaltsstoffe Demeter-Qualität haben. Das heißt vom Anbau über die Herstellung und Verarbeitung bis hin zum Verkauf muss das Unternehmen nach den strikten Regeln des Demeter-Verbandes arbeiten (Bei Interesse schaut doch mal in einen früheren Artikel von mir „Was bedeutet Demeter?“).

Beim 2001 gegründeten Verband BDIH erkennt ihr Biokosmetik am Wort „Bio“ im Produktnamen.

Mit dem Dachverband COSMOS, der seit Anfang 2017 bindend ist, wird das Siegel-Durcheinander nicht viel unkomplizierter, finde ich. Mehrere europäische Siegel sind unter dem COSMOS-Dach vereint, darunter BDIH und ECOCERT. Nun gibt es aber auch unter diesem Gemeinschaftssiegel wieder eine Unterteilung in COSMOS NATUREL und COSMOS ORGANIC. Dabei klingt ORGANIC erst mal sehr überzeugend, aber hier müssen nur mindestens 20% der gesamten Inhaltsstoffe eines Produktes BIO sein.  Das ist verschwindend gering.

Klar im Vorteil

Die Vorteile einer hochwertigen Biokosmetik liegen auf der Hand. Denn sie unterstützt optimal die Selbstheilungskräfte und regenerativen Prozesse unseres größten Sinnesorgans. Das kann aber nur gelingen, wenn die Produkte gut von unserer Haut aufgenommen werden. Und da biologische Inhaltsstoffe in ihrer Struktur der Haut sehr ähnlich sind, können qualitativ wertvolle Bioprodukte effektive Ergebnisse bringen und unsere Haut schön und gesund erhalten.

Auch für unsere Umwelt ist es viel besser Biokosmetik zu kaufen, da der überwiegende Teil aller Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau stammen muss und damit schadstoffarm und pestizidkontrolliert ist. Außerdem müssen die zur Herstellung nötigen Verfahren umwelt- und ressourcenschonend  sein. Nicht zuletzt sollten natürlich auch die sozialen Bedingungen (gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne) stimmen.

Nun muss jeder selber wissen, nach welchen Kriterien er seine Produkte auswählt. Klar ist, je mehr Bio drin ist im Produkt, desto besser für uns und unsere Umwelt.

 

 

 

 

 

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